Frage:  Ist das trommelnde Schlagen mit dem Schwert (tatbir) auf den Kopf im Geheimen erlaubt, oder ist das erwähnte Verbot diesbezüglich allgemein gültig?

Antwort:  Das trommelnde Schlagen mit dem Schwert auf den Kopf (tatbir) wird zusätzlich dazu, dass es nach dem Brauch nicht als Äußerungsform von Leid und Trauer gewertet wird, und dass es in der Zeit der Imame (a) und auch danach nicht stattgefunden hat, sowie, dass dafür keine Unterstützung der Unfehlbaren (a) weder in besonderer noch in allgemeiner Weise überliefert wurde, in der jetzigen Zeit als eine schlimme Schwächung für die Rechtsschule gewertet, so dass es in keinem Fall erlaubt ist.

Frage:  Zu Aschura werden einige Zeremonien veranstaltet, wie das Schlagen auf den Kopf mit dem Schwert - was als trommelndes Schlagen (tatbir/taṭbīr) bezeichnet wird - und dem Barfußlaufen auf Feuer und glühender Kohle, die psychische und körperliche Schäden verursachen. Zudem führen solche Handlungen zur Verunglimpfung der Schia gemäß der Ansichten islamischer Wissenschaftler, der Angehörigen der anderen islamischen Rechtsschulen und der Welt, und möglicherweise folgt daraus die Entwürdigung der Rechtsschule der Schia. Wie ist Ihre geehrte Meinung dazu?

Antwort:  Das, was von den erwähnten Angelegenheiten Schaden für den Menschen oder die Schwächung der Religion und der Rechtsschule der Schia bewirkt, ist verboten, und die Gläubigen sind verpflichtet, dies zu unterlassen. Es ist nicht zu bestreiten, dass viele dieser erwähnten (und anderen) Angelegenheiten zum schlechtem Ruf und zur Schwächung der Rechtsschule der Leute des Hauses des Propheten (ahul-bayt) (a) bei den Menschen führt. Diese Handlungen gehören zu den wesentlichen Schäden und größten Verlusten.

Frage:  Ist es für eine Frau erlaubt, Trauertragödien zu verlesen mit der Kenntnis, dass fremde Männer ihre Stimme hören?

Antwort:  Es gibt kein Hindernis dazu an sich, sofern das Lesen nicht auf eine spielerische (lahwiyah) Weise erfolgt, und sofern die Befürchtung zur Verführung der Männer durch ihre Stimme nicht besteht.

Frage:  Ist das Schlagen auf den Kopf mit einem Instrument bei den Trauerveranstaltungen für den Imam (a) erlaubt? Und was ist, wenn dies zum Ableben des Schlagenden führt? Wird diese Handlung dann als Selbstmord gewertet.

Antwort:  Es ist verboten und es gibt religionsrechtlich keine Rechtfertigung für solche Handlungen, welche die Schwächung der Rechtsschule der Schia in den Augen der Menschen bewirken. Und wenn er dies von Anfang an mit der Befürchtung vor Lebensgefahr begeht und es zu seinem Ableben führt, dann fällt es unter das Urteil des Selbstmordes.

Frage:  Ist das Sammeln von Spenden und Gütern an den Tagen des Trauermonats Muharram erlaubt, um diese aufzuteilen und einen Teil davon an den Vorleser, den Tragödienerzähler und den Redner zu geben und den Rest für die Durchführung der Veranstaltungen auszugeben?

Antwort:  Dies ist zulässig, falls es mit dem Einverständnis und der Zustimmung der ursprünglichen Eigentümer der gespendeten Güter erfolgt.

Frage:  Wie ist das Urteil dazu, sich mit dem Gesicht auf den Boden der heiligen Stätten der Imame (a.s.) zu werfen, da einige Menschen ihre Gesichter und Brüste auf den Boden wälzen und zerkratzen, bis Blut daraus fließt, und sie dann in den heiligen Bereich der Moschee des Imams (a.s.) in diesem Zustand eintreten?

Antwort:  Es gibt religionsrechtlich keine Rechtfertigung für ein solches Verhalten, das fern ist von der Darstellung der Trauer und der traditionellen Trauer- Feierlichkeit sowie der Befolgung der Imame (a.s.). Es ist erst recht nicht erlaubt, falls es zu einem relevanten körperlichen Schaden oder zur Schwächung der Rechtsschule der Schia in den Augen der Menschen führt.

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